Bei einer Orgel erfolgt die Tonerzeugung, indem Luft ("Wind") durch Pfeifen bläst. Große Pfeifen erzeugen tiefe Töne, kleine Pfeifen hohe Töne. Die meisten Pfeifen einer Orgel ähneln einer Blockflöte (Labialpfeife). Es gibt aber auch Pfeifen, bei denen die Tonerzeugung durch ein vibrierendes Metallblatt ("Zunge") erfolgt (Zungenpfeife), ähnlich wie bei einer Mundharmonika.

Pfeifen gleicher Klangart aber unterschiedlicher Tonhöhe gehören zu einem Register und werden mit dem - bei unserer Orgel elektrisch betätigten - Registerzug gemeinsam an- oder abgestellt. Mit diesem Registrieren legt der Organist vor dem eigentlichen Spielen die Klangfarbe fest.

Wenn der Organist eine Taste betätigt, wird in der Orgel mit der Traktur das Spielventil geöffnet; bei unserer Orgel wird dieser Vorgang mechanisch mit Holzleisten (Abstrakten), Wellen und Winkel bewerkstelligt. Eine Pfeife erklingt also nur, wenn das Register eingeschaltet und die entsprechende Taste gedrückt wird. Die Besonderheit der Orgel besteht darin, daß zu einer Taste verschieden wählbare, i.d.R. mehrere Pfeifen erklingen können.

Die Pfeifen einer Orgel sind in Gruppen angeordnet ("Werke"), je nachdem zu welcher Tastenreihe sie zugeordnet sind: unsere Orgel hat zwei Manuale (Tastenreihen für Hände: Hauptwerk und Schwellwerk: mit einer Jalousie kann die Lautstärke verändert werden) und ein Pedal (Tastenreihe für Füße).

Nur weniger Pfeifen, sie stehen ganz vorne, sind sichtbar ("Prospektpfeifen"), die Vorderseite ist auch optisch besonders schön gestaltet. Die meisten Pfeifen stehen für den Kirchenbesucher unsichtbar dahinter: Fotos zeigen das Innere unserer Orgel mit ihren insgesamt über 1.500 Pfeifen, die mechanische Traktur und die Registerzüge.

Unsere Orgel wurde 1966 von der Firma Weise, Plattling, gebaut, sie hat auf zwei Manualen und Pedal insgesamt 23 Register, darunter vier Zungenstimmen.

2011 wird das Schwellwerk ausgereinigt, ein Luftbalg erneuert und im Schwellwerk das alte, aus verschiedenen Pfeifentypen zusammengesetzte Zungenregister Regal 8’ durch eine neue klangschöne deutsche Oboe 8’ ersetzt. Diese Arbeiten können nur dank der Erlöse der freitagskonzerte durchgeführt werden.

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9658-9662, 9664, 9666, 9668, 9671
das alte Register "Regal" mit unterschiedlichen Pfeifenformen (Aufsatz in Holz bzw. Kupferrohr)

9673 Die Bedienung der Pfeifenventile erfolgt mechanisch über Holzstäbe (Abstrakten), die räumliche Verteilung erfolgt am Wellenbrett. Hier sichtbar das Wellenbrett zum Hauptwerk, ganz oben die Pfeifen des Hauptwerkes, ganz vorne die Hauptwerk-Trompete.
9674 Wellenbrett Hauptwerk: Großaufnahme
9677 Hauptwerktrompete: trichterförmiger Aufsatz teils in Zink, teils in Kupfer
9681, 9689, 9703    5 zusammengehörige Pfeifenreihen bilden das "Kornett"

9688 Blick ins Hauptwerk: vorne Trompete, dahinter kleine Pfeifen der Mixtur, dahinter das Kornett, das aus Platzgründen aufgebänkt ist; die Luftzufuhr erfolgt von unten über Schläuche.
9694 Hauptwerk: Zungenstimme (Trompete), dahinter Labialpfeifen (Flötenregister)
9704 Registerzugmotoren elektrisch
9728 Pedalregister in Holz mit Stimmeinrichtung
9735 Pedalpfeifen: Fagott mit Holzbecher, Trompete mit Zinkbecher, Subbaß als Holzpfeife mit Deckel
9739, 9742, 9764    Pedaloktavbaß 8’ als kupferne Prospektpfeife von innen, sichtbar die Ausschnitt mit Stimmrolle zur Tonhöhenregelung
9745 verschieden gebaute Pedalpfeifen: Holz, Kupfer, Zink; die Prospektpfeifen erhalten ihren Orgelwind über Schläuche
9746 Pedalpfeifen von oben, ganz unten sichtbar die Registermotoren fürs Pedal
9748 Je länger die Pfeife, desto tiefer der Ton, Pfeifen mit Deckel (gedackte Pfeifen) brauchen aber nur die halbe Pfeifenlänge. So ermöglichen gedackte Pedalpfeifen tiefe Töne bei relativ kurzer Baulänge:
9765,9770    Prospektpfeifen - Pedal Oktavbaß - von hinten: deutlich sichtbar die Stimmrolle zur Tonhöhenregulierung.
9772 Schleifenzugmotoren für die Register des Schwellwerks
9776 Tremulant; er lässt den Ton vibrieren und erzeugt so einen schönen Soloklang
9778 ff Die Verbindung Taste-Spielventil unter der Pfeife wird mechanisch erreicht über mehrere Holzabstrakte(9778) , die mit Winkeln(9778) und Wellen(9780) verbunden sind. Ledermuttern(9781,9783) regulieren diese Verbindung.
9792 Ein Balg, abgedichtet mit Lammleder und gespannt mit Blattfedern, sorgt für einen ruhigen Orgelwind und damit für einen stabilen Pfeifenton.
9793, 9801   Pfeifenreihen des Schwellwerks
9804, 9809   von links nach rechts:
Regal 8’ (wird ersetzt durch Oboe), Mixtur, Sifflöte, Prinzipal 2’, Rohrflöte 4’ (röhrenförmiger Aufsatz), Gedackt 8’ (Holzpfeife), Salizional (enge Metallpfeifen)
9816 Blick von der Empore auf sonnenbeschienene Kirchenfenster
9826,9727    Orgelprospekt : sichtbar sind nur die Prinzipalpfeiofen des Hauptwerks (Mitte, zinnfarben) und des Pedalwerks (kupferfarben, rechts und links) sowie das Schwellwerk mit Jalousie (zur Lautstärkeregulierung).

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